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30.07.2010 00:00 Uhr 0 Kommentare

Infrarotkamera defekt - Radfahrer sehen Rot

Verkehr: Tiefbauamt muss manchmal zwei- bis dreimal in der Woche Ampel an der Darmstädter Straße reparieren

Aschaffenburg  Der Radfahrer Benno Maier (21) ärgert sich über eine Ampel, die auf Autos, aber nicht auf ihn reagiert. Wenn er von der Darmstädter Straße auf die Willigisbrücke fahren will, steht er häufig »bis zum Sankt-Nimmerleinstag«, die Ampel sei dauerhaft rot, wenn kein Auto vorbeifahre. Er befürchtet: »Wenn man auf dem Fahrrad unterwegs ist, wird man von dieser Ampel nicht als Verkehr wahrgenommen.«
Eigentlich sollte eine Infrarotkamera die Radler entdecken. Die sei aber oft defekt, sagt Uwe Winkler, der beim Tiefbauamt für die Verkehrstechnik zuständig ist. Die Ampel sei so geschaltet, dass die Hauptverkehrsrichtung Großostheimer Straße immer Grün habe, wie Radler Benno Maier richtig bemerkt hat. Wenn Verkehr von der Darmstädter Straße kommt, erkennt die Ampel das heranrollende Gefährt und schaltet für diese Richtung auf Grün.
Vandalismusschäden
Für Autos sei eine Induktionsschleife in der Fahrbahn eingelassen, für Radler die Infrarotkamera an der Ampel angebracht. Es liegt, so Winkler, nicht an der Technik der Kamera, dass dies nicht immer klappt. »Wir haben dort häufig Vandalismusschäden.« Unbekannte scheinen die kleine Infrarotkamera für eine Überwachungskamera zu halten, fühlen sich durch sie beobachtet und verdrehen deshalb die Kamera oder machen sie gar ganz kaputt. Wenn das wieder der Fall ist - laut Winkler passiert das »manchmal zwei- bis dreimal in der Woche« - reagiert die Ampel nicht auf den Radfahrer. Winkler fordert deshalb alle Radler auf, die einen Defekt bemerken, das Amt anzurufen. »Wir schicken Techniker raus, die das dann reparieren«, sagt der Mann vom Tiefbauamt.
Der Trick an der Ampel
Einen weiteren Rat für Radfahrer an Ampeln hat der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Aschaffenburg-Miltenberg, Manfred Röllinghoff: An den meisten Ampeln, die in eine vorfahrtsberechtigte Straße einmünden, sei eine Induktionsschleife unter den Asphalt gelegt. »Wenn der Radler über die rechte oder linke Seite dieser rechteckigen Induktionsschleife fährt, bekommt er Grün.«, sagt Röllinghoff. Und das, ganz ohne Infrarotkamera oder einem Knopf am Überweg. »In Aschaffenburg habe ich noch keine Ampel gefunden, an der es nicht funktioniert. Es klappt zum Beispiel auch in Frankfurt, Bonn oder Berlin.«
Ansonsten empfiehlt er den Radfahrern, an der beschriebenen Stelle vor der Willigisbrücke notfalls rechts den asphaltierten Weg gegenüber der ehemaligen Tankstelle hinab zu fahren. »Dann auf dem Radweg, der unter der Großostheimer Straße hindurch führt, auf die Willigisbrücke folgen«, so Röllinghoff.
Von dem Trick an der Ampel ist der Student Benno Maier begeistert: »Ich werde heute Abend noch die Tipps mit dem Überfahren der Induktionsstreifen testen.«
Kevin Zahn

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