»Die Bilder bleiben hängen!«, bestimmte Hofgut-Wirt und Galerist Gerd Lüder nach der Feier. Und das werden sie bis zur Finissage, die am Sonntag um 17 Uhr beginnt. Repräsentativ sind die gezeigten gegenständlichen Gemälde deshalb, weil sie viel über die Arbeitsweise Röbkes verraten. Beispiele für die abstrakte Malerei, mit der sie sich gegenwärtig am liebsten beschäftigt, hatte die Künstlerin allerdings für die Ausstellung nicht zur Hand.
An jedem Finger eine Farbe
Perspektivisches Zeichnen, Farbenlehre, Anmischen von Materialien und das Bespannen selbst gebauter Rahmen gehörten zu Röbkes Ausbildung. Am liebsten benutzt sie Tempera, selbst hergestellt aus Ei, Leinölfirnis, Wasser und reinen Farbpigmenten. Vor drei Jahren entdeckte sie diese »ursprünglichste und natürlichste« Art des Malens, wie sie sagt, für sich. »Tempera lässt sich wunderbar mit den Fingern vermalen, an jedem Finger eine andere Farbe«, schwärmt Röbke und zeigt, wie das energiegeladene, großformatige Bild »Pusteblumen« entstanden ist. Der Hintergrund besteht aus ineinanderfließenden satten Blauschattierungen. Die feinen weißen Samenschirmchen des Löwenzahns sind mit den Fingernägeln aufgetragen.
Die Freude am Hantieren mit Tempera sieht man auch der Urlaubsimpression »Baum am Meer« an. Er sei nach einem der vielen kleinen Zeitungsausschnitte in ihrer Sammelmappe entstanden, verrät die Malerin, ebenso wie der Akt »Liegende Frau in der Wanne«. Intensiv mit der Aquarellmalerei beschäftigt sich Röbke seit 1998, als sie die ersten Kurse belegte. Gemalt habe sie eigentlich schon immer, erzählt sie. »Schon im Kindergarten hatte ich die dickste Malmappe von allen.« Sie ist eine schnelle, manchmal richtig ungeduldige Malerin.
Aquarelle im Doppelpack
Aquarelle entstehen meist im Doppelpack, »damit es sich lohnt, wenn ich schon mal dabei bin«. So hängen in der Gutsschänke etliche Zwillingsbilder, von Margeriten etwa, dem Aschaffenburger Schloss oder von Tonkrügen (in Nass-in-Nass-Technik).
Vor Ort entstanden sind gelungene Urlaubsimpressionen wie »Dorf an der Ardèche« oder »Bar in Frankreich«. Sie belegen einen sicheren Blick für harmonische Bildkomposition und Farbstimmungen auch beim spontanen Arbeiten. Apropos: Röbkes Spontaneität scheint anzustecken. Hotelier Peter Gemeinhardt habe jetzt beim Besuch der Ausstellung ein Dutzend Aquarelle für den »Wilden Mann« bestellt, erzählt die Künstlerin und strahlt mit ihren großen gemalten Pusteblumen um die Wette.
Melanie Pollinger
Bis 1. August, Donnerstag, Freitag und Samstag ab 18 Uhr, Finissage am Sonntag ab 17 Uhr






































