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29.07.2010 00:00 Uhr 0 Kommentare

Wechsel am AOK-Steuerrad

Abschied: Direktor Werner Fischer geht, Dietmar Griesbeck kommt - Von der Behörde zum Dienstleister entwickelt

Aschaffenburg  »Ich konnte einiges bewegen«, sagt Werner Fischer, wenn er an die vergangenen 49 Berufsjahre bei der AOK-Direktion Aschaffenburg denkt. Insbesondere der Wandel seines Hauses von einer eher starren Behörde hin zur kundenorientierten Gesundheitskasse erfüllt den Direktor mit Stolz. Am heutigen Donnerstag wird der 66-Jährige in einer Feierstunde von Verwaltungsrat und Vorstand der AOK Bayern in den Ruhestand verabschiedet.

Werner Fischer gibt das Steuerrad über die AOK-Direktion Aschaffenburg ab. Der Direktor geht nach 49 Dienstjahren in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Dietmar Griesbeck. Foto: Cornelia Müller
Seine Karriere begann 1961 mit dem Eintritt in die AOK als Assistenz-Anwärter. Der am 20. Mai in Aschaffenburg geborene und im Stadtteil Leider wohnende Fischer arbeitete sich rasch nach oben. Er schlug den Weg in den gehobenen Krankenkassendienst ein und wurde bereits 1970 Leiter der Finanzabteilung, damals noch im AOK-Haus an der Kittelstraße, in der heute das Seniorenzentrum Haus Oberle untergebracht ist.
Haushalt von elf Milliarden Euro
1984 wurde Fischer zum Leiter der Abteilung allgemeine Verwaltung, Finanzen und Vertragswesen befördert. 1996 zog die Gesundheitskasse, wie sie seit Ende der 80er Jahre heißt, in die Goldbacher Straße um. Seit 1999 stand Fischer als Direktor den heute 280 Mitarbeitern vor. Auch die Zentrale der AOK Bayern in München suchte seinen fachkundigen Rat und bestellte ihn bereits 1998 zum Bereichsleiter für das Finanz- und Rechnungswesen - zusätzlich zu seiner Aufgabe als Geschäftsführer in Aschaffenburg. Seit 2002 war Fischer Ressortdirektor für Finanzen, Immobilien und innere Verwaltung der AOK Bayern - eine Art »Finanzminister«, wie er es selbst scherzhaft nennt. Der Aschaffenburger verantwortet in dieser Position ein Haushaltsvolumen von gut elf Milliarden Euro, Zahlen, an die er sich »anfangs erst einmal gewöhnen musste«.
Die doppelte Führungsaufgabe an Main und Isar verlangte dem Direktor einiges ab: Jeden Sonntag machte sich Fischer auf den Weg nach München, wo er bis Mitte der Woche arbeitete, um dann wieder an seinen Schreibtisch an der Goldbacher Straße zurückzukehren. »Dank der modernen Kommunikationsmittel war ich unabhängig vom Arbeitsort«, erzählt der angehende Pensionär und betont: »Ohne die engagierte Unterstützung meiner Sekretärin und den Bereichsleitern vor Ort hätte ich mein Pensum nicht geschafft!«
Stolz ist Fischer darauf, dass die Budgetverhandlungen der Kasse mit den Krankenhäusern in der Region trotz harten Ringens stets einvernehmlich geendet hätten: »Wir mussten in meiner Zeit als Direktor kein einziges Mal die Schiedsstelle anrufen.« Und er fügt hinzu: »Wir haben sehr darum gekämpft, die Strukturen zu verbessern.«
Die 150 000 bei der AOK Versicherten am bayerischen Untermain nennt Fischer »unsere Kunden«. Als er nach der Mittleren Reife bei der AOK begann, war noch von »Antragstellern« die Rede. »Diesen Wandel hin zum serviceorientierten Unternehmen wollte ich auch meinen Mitarbeitern stets bewusst machen.«
Zeit für alte Freundschaften
Der Zentrale in München hat Fischer bereits auf Wiedersehen gesagt, hier am Untermain wird der verheiratete Vater eines Sohnes am heutigen Donnerstag feierlich verabschiedet. Was den Pensionär danach erwartet, will er auf sich zukommen lassen: »Ich genieße es, dann nicht mehr jeden Sonntag wegfahren zu müssen!« Fahrrad und Tennisschläger will er auspacken, alte Freundschaften wieder beleben - Dinge, für die bislang wenig Zeit blieb.
Fischers gibt das Steuerrad als Direktor der AOK-Direktion Aschaffenburg ab 1. August an Dietmar Griesbeck. Der 1957 in Aschaffenburg geborene Griesbeck ist verheiratet, hat drei Kinder und arbeitet seit 1974 bei der Krankenkasse, zuletzt als Bereichsleiter für die Privatkunden.

Cornelia Müller

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