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30.01.2010 00:00 Uhr 5 Kommentare

»Die Moschee gehört allen«

Interreligiöser Gesprächskreis: Ideensuche zur Überwindung der Angst vor dem Islam

Aschaffenburg  Viel Lob für die Stadträte, das Main-Echo und die Schweinheimer Pfarrei St. Gertrud hat es am Donnerstag von Mitgliedern des Interreligiösen Gesprächskreises gegeben. Im Martinushaus unterhielt sich die Gruppe über die Moscheebau-Pläne des Islamischen Arbeitervereins. Zentrale Frage war, was man nach der Genehmigung der Bauvoranfrage beitragen könne, Bürgern die Ängste vor dem Projekt zu nehmen.

Gemeinsam gegen die Angst: Christen, Muslime und Bahai, Integrationsbeauftragte der Stadt, ein Polizist und ein Stadtrat haben sich im Martinushaus über die Moscheebaupläne des Islamischen Arbeitervereins unterhalten. Der Interreligiöse Gesprächskreis Aschaffenburg trifft sich seit fünf Jahren in wechselnder Besetzung.

Foto: Stefan Gregor

Die Runde, in der katholische, evangelische und islamische Gemeinden, Bahai, Integrationsbeauftragte von Stadt und Jugendring, ein Polizist, ein Stadtrat sowie Bürger vertreten waren, trifft sich seit fünf Jahren. Moderatorin ist die Dialog-Beauftragte des Bistums Würzburg, Gabriele Lautenschläger.
Mohammed El Ouaamari, Moscheebau-Initiator des Islamischen Arbeitervereins (Mitglieder vorwiegend marokkanischer Herkunft), sagte: »Der Stadtrat hat eine gute Entscheidung getroffen, jetzt sind wir dran zu beweisen, dass die Ängste vor dem Moscheebau unbegründet sind.« Das Minarett (9,50 Meter hoch) sei nicht Machtdemonstration, sondern Teil der Architektur. Mehrere Mitglieder des Kreises äußerten sich entsetzt über den »Wortkrieg« gegen die Muslime in der Debatte. »Ich schäme mich für meine Mitchristen, die es nicht besser wissen«, sagte die katholische Theologin Ursula Silber. Religionslehrer Peter Spielmann fügte an: »Es gibt aber auch nichtwissende Muslime, was den christlichen Glauben angeht.«
Lautenschläger betonte, dass die Muslime die Pfarreien Schweinheims in ihre Bemühungen um ein Miteinander einbeziehen sollten. Sie schlug vor, den Gesprächskreis ins Pfarrheim zu verlegen und bat die Muslime, ihre Frauen mitzubringen. Die Ideen reichten von Moscheebesuchen mit Schulklassen über die Mitarbeit an der architektonischen Gestaltung der Moschee bis zum gemeinsamem Straßenfest auf »neutralem« Boden. Eine Bahai sagte: »Die Menschen müssen sich eingeladen fühlen mitzudenken.«
Zum Moscheebau sagte ein katholischer Rentner: »Es ist wichtig, dass wir diese kleine Blume, die aus dem Schnee ragt, pflegen und vor Angriffen schützen.« Er erinnerte an die Schweineblut-Attacke auf die Milli-Görü_-Gebetsräume in Elsenfeld im Oktober. Michael Auer, Ansprechpartner für Moscheevereine der Polizei Würzburg, sagte dazu, der Anschlag habe nicht der Moschee gegolten, sondern sei Auswuchs eines Streits deutscher und türkischer Jugendlicher gewesen.
Stadtrat Robert Löwer (CSU), der entgegen der Mehrheit der CSU-Fraktion für den Moscheebau gestimmt hatte und dafür auch anonyme E-Mails mit aggressiven Formulierungen erhielt, nahm die Moscheegegner seiner Fraktion in Schutz. Es sei in der Fraktion nicht in hetzerischer Sprache diskutiert worden. Allerdings räumte er ein, dass viele Mitglieder der CSU-Fraktion das Gefühl gehabt hätten, dass nicht ein Aschaffenburger den Bauantrag gestellt habe, sondern jemand aus einem fremden Land.
Nesat Polat, Religionsbeauftragter der türkischen Ditib-Gemeinde, betonte, »wir werden unseren Teil dazu beitragen, dass die Moschee gebaut wird«. In Richtung aller Bürger sagte er: »Die Moschee gehört allen, uns genauso wie euch. Ich spreche jetzt im Namen der Muslime, da gibt es keinen Unterschied zwischen Marokkanern und Türken.« Einen Unterschied gibt es aber in der Architektur. Während in der Türkei runde Türme osmanischen Stils das Bild prägen, bauen die Marokkaner eckig. Dass das Aschaffenburger Minarett einen quadratischen Grundriss hat, erstaunte die Ditib-Leute. Imam Ahmet Ali Kurt fragte, ob das von der Stadt diktiert worden sei, was El Ouaamari verneinte. Der Imam plädierte dafür, den Baustil der Türkei zu übernehmen. Eine Bahai-Vertreterin lehnte dies ab: »So schön die Blaue Moschee ist, sie wird unserem Stil nicht gerecht.« Als Vorbild wurde stattdessen die Penzberger Moschee genannt.
Die konstruktive Stimmung kippte, als Gabriele Lautenschläger die Forderung der deutschen Bischöfe weitergab, die Muslime sollten sich für den Schutz der Freiheitsrechte christlicher Minderheiten in islamischen Ländern einsetzen. El Ouaamari nannte dies eine Unterstellung. Auch bei der Ditib regte sich Unmut. Lautenschläger beharrte aber: »Es zu leugnen, damit werden Sie viel Vertrauen verlieren.«

Sonja Maurer de Aguirre

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Kommentare
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Nazir
Freiheitsrechte
Gabriele Lautenschläger hat Recht mit der Weitergabe der Forderung der deutschen Bischöfe, die Muslime sollten sich für den Schutz der Freiheitsrechte christlicher Minderheiten in islamischen Ländern einsetzen…
Hier einige Informationen zur Situation der kleinen christlichen Minderheit in Marokko: >> Im westlichsten Land der arabisch-islamischen Welt sind nur noch 1,1 Prozent der Bevölkerung Christen… Es werden keine neuen Kirchen mehr gebaut, da die christliche Bevölkerung sich immer weiter verringert, wohl nicht freiwillig, da sie sich anhand der massiven Schikanen der islamischen Mehrheit nicht mehr sicher fühlen:
In Tanger lebten vor 60 Jahren 113.000 Katholiken, heute sind es noch 2.000. In der Hauptstadt Rabat waren es 400.000, heute sind es noch 20.000. In Tanger gibt es zwölf katholische Kirchen und Klöster, neben evangelischen und anglikanischen Kirchen. Benutzt werden nur drei.
Das Läuten der Kirchenglocken ist seit 1960 offiziell verboten. Es wird als Werbung für den christlichen Glauben angesehen, was untersagt ist. Dieses Verbot ist religiös begründbar, steht jedoch zur Verfassung im Widerspruch: „Der Staat garantiert die freie Religionsausübung für jedermann.“
geschrieben: 30.01.2010 13:50
ulrich_h
Wer sich jetzt wundert,
wenn nach der Genehmigung der Moschee plötzlich die Maske fällt und die "konstruktive Stimmung" kippt, sollte sich ein wenig mit dem Begriff Taqiyya befassen...
geschrieben: 01.02.2010 08:46
Grundgesetz - Menschenrechte? Pah!
Der Koran ist unveränderbar
Und für alle Zeiten gültig. Daher gibt es auch keinen moderaten Islam, sondern wie schon Erdogan richtig sagte: Islam ist Islam.
Und dieser ist zutiefst undemokratisch und Menschen verachtend!
Khamenei, der oberste geistliche Führer des Iran, sagte: "Die Christen und Juden sagen: du sollst nicht töten!
Wir sagen, dass das Töten einem Gebet gleichkommt, wenn es nötig ist. Täuschung, Hinterlist, Verschwörung, Betrug, Stehlen und Töten sind nichts anderes als Mittel für die Sache Allahs."
D. h. es sind sogar die Terroristen, die sich streng an die Gebote Allahs halten, denn nach Sure 9,111 kann folglich einem Menschen nichts Besseres passieren, als dass er in den Dschihad zieht, dass er auf Gottes Pfad tötet und getötet wird und damit direkten Eintritt ins Paradies gewinnt. So steht es geschrieben."
Prof. Dr. Muhammad Said Tantawi, maßgeblicher Theologe der Al-Azhar Universität in Kairo hat seine Zurückhaltung aufgegeben und fordert zu "Märtyreranschlägen" auf. Wenn er sagt, dass junge Menschen "Allah das Kostbarste geben, was sie besitzen", dann erhält das Töten und Getötetwerden eine abgründige religiöse Dimension. Ebenso der neue ägyptische Mufti, Scheich Dr. Ahmad Al-Tayyeb betont die religiöse Dimension der Anschläge, "die die Feinde Allahs mit Angst erfüllen".
Somit gibt es keine und wird es auch keine moderate Auslegung des Korans geben.
geschrieben: 01.02.2010 13:49
sunsamu
Moscheebau?
»Ich schäme mich für meine Mitchristen, die es nicht besser wissen«, sagte die katholische Theologin Ursula Silber.
Frau Silber sollte sich für sich selbst dafür schämen, dass sie beim Abschlachten von Christen in islamischen Ländern (z.B.Türkei, Malatya 2007; Ägypten Januar 2010, Indonesien 2010) bisher nur durch ihr ohrenbetäubendes Schweigen auffiel. Wie ihre Islamversteherfreunde auch.
Mark Gabriel schreibt in seinem Buch ”Islam und Terrorismus” zum Thema Moschee auf S. 122:
„Der Prophet Mohammed machte den Muslimen klar, dass eine Moschee nicht mit einer Synagoge oder Kirche zu vergleichen ist. In seiner Moschee in Medina (die heute die zweitheiligste Stätte des Islam ist) plante er seine Kriegsstrategie, hielt Gericht und empfing die Besuche anderer Stammesführer. Sie war wie das Pentagon, das Weiße Haus und der Oberste Gerichtshof unter einem Dach. Die islamische Welt wurde von der Moschee aus regiert.
Wenn ein Kampfbefehl ausgegeben wurde, erging der Aufruf in der Moschee. Bei dieser Praxis blieben auch die Herrscher nach Mohammed. Durch die ganze islamische Geschichte hindurch kann man beobachten, dass alle Bewegungen des Djihads ihren Ausgangspunkt in der Moschee hatten.“
Früher kamen die Kämpfer Allahs offen mit Schwert in der Hand an, heute erobern sie uns unter der Tarnkappe der Religionsfreiheit.
Der wahre Inhalt dieses Streites ist nicht die Errichtung eines Gebäudes. Dieser Streit wird um die Vorherrschaft des Islam in Europa geführt.

geschrieben: 01.02.2010 19:41
"Toleranz wird zu einem Verbrechen, ..
...wenn man dem Bösen mit ihr begegnet." (Thomas Mann)

Moment mal, Frau Silber,
Christen, die es nicht besser wissen?
Haben SIE da nicht etwas vergessen,...?
Oder wollen Sie nur nicht wahr haben, dass, z.B.
Theo van Gogh wurde von einem Moslem aus religiösem Hass ermordet. Hirsi Ali: (Die schleichende Scharia) unter Polizeischutz wg. Morddrohungen. Sayran Antes, Frauenrechtlerin: Rückzug aus der Öffentlichkeit wg. Morddrohungen. Sabatina James (Freiheit für Frauen): Unter Polizeischutz wg. Morddrohungen. Minah Ahadi, (Ex-Muslime in Deutschland) Morddrohungen wg. Interviews. Drohung, unkalkulierbares Risiko: Islamisten verhindern Mozart - Oper. Krimi der Autorin Gabriele Brinkmann - aus dem Programm genommen. Der Grund: Angst vor Islamisten. Harald Schmidt wagt keine Witze mehr über den Islam: "Das ist mir zu heikel".
Hape Kerkeling: "Ich würde und werde mich öffentlich mit dem Islam nicht beschäftigen. Aus Angst." Roland Emmerich sparte die Vernichtung der Kaaba im Film "2012" bewusst aus: "Weil er Angst hatte vor einer Fatwa fundamentalistischer Islamisten!" SZ. Innerfamiliärer Missbrauch von Frauen? Nur eine Randerscheinung?! ("Gefangen im Unaussprechlichen", Sueddeutsche vom 13.11.2008)
"Der christlich-islamische Dialog beruht auf Täuschungen - und fördert westliches Wunschdenken: - "Selig sind die Belogenen" von Dr. von Bassam Tibi (DIE ZEIT). 
Ich habe, die Deutsche Kultur, Teile Deutschlands haben Angst. Die Toleranz kommt an ihre Grenzen.

Und es geht nicht nur um die offene, bekannte Gewaltbereitschaft einzelner islamistischer Gruppen, es geht um die alltägliche Gewalt, die aus der Nicht- Integration sich ergibt. "Es könne nicht sein, dass Tausende Kinder Angst haben, zur Schule zu gehen, weil sie „abgezogen“ werden könnten, beschimpft, verprügelt." (FAZ, Regina Mönch: "Das libanesische Problem") 
Nein, es "könne nicht nur nicht sein", ICH WILL DAS NICHT!

geschrieben: 01.02.2010 22:46
 
 
 
 

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