Ruth Weiss wurde 1924 als Kind jüdischer Eltern in Fürth geboren. 1936 emigrierte sie mit ihrer Familie nach Südafrika. Sie setzte sich als Journalistin ab 1960 besonders gegen die Apartheid ein. 1966 erhielt sie nach einem beruflichen Aufenthalt in Südrhodesien (heute Zimbabwe) Einreiseverbot. Ende der 60er Jahre musste sie auch Rhodesien verlassen. Sie arbeitete in London, Köln, dann wieder in Sambia und Zimbabwe. Heute lebt sie in Deutschland.
2005 wurde Ruth Weiss für den Friedensnobelpreis nominiert. Sie veröffentlichte Sachbücher über die Probleme Südafrikas, Romane und Jugendbücher, die über Unrecht und Gewalt aufklären und zu Toleranz und Frieden aufrufen. Das Buch »Meine Schwester Sara« war 2006/07 die Prüfungslektüre der Realschulen in Baden-Württemberg.
Beziehung zu Aschaffenburg
Bürgermeister Werner Elsässer erläuterte die Beziehung zwischen Ruth Weiss und Aschaffenburg. Die Familie ihres Vaters stammte aus einem Spessartdorf, ihrem Onkel Mathias Löwenthal gehörte das Kaufhaus Löwenthal in der Herstallstraße. Bis zu ihrem fünften Lebensjahr war sie daher häufig zu Besuch in der Stadt.
Der Kontakt zur Mädchenrealschule besteht seit 1998, zweimal war sie seitdem dort zu Lesungen und Diskussionen. Sie unterstützt Schul- und Hilfsprojekte der Mädchen für Afrika, ihre Bücher sind Unterrichtslektüre an der künftigen Ruth-Weiss-Schule.
Erstmals wird damit in Aschaffenburg eine Schule nach einer lebenden Persönlichkeit benannt. Oberbürgermeister Klaus Herzog würdige den Vorstoß der Schulfamilie als »wunderbares Projekt«».
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