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28.01.2010 00:00 Uhr 0 Kommentare

Realschule erhält Namen Ruth Weiss

Anerkennung: Initiative der gesamten Schulfamilie

Aschaffenburg  Einstimmig hat der Kultur- und Schulsenat des Stadtrats am Dienstag den Weg freigemacht: Die staatliche Realschule für Mädchen soll einen Namen bekommen - Ruth Weiss. Das entspricht einem gemeinsamen Wunsch des Lehrerkollegiums, des Elternbeirats und der Schülervertretung. Jetzt steht nur noch die Genehmigung des Kultusministeriums aus.

Ruth Weiss. Foto: Archiv
Ruth Weiss wurde 1924 als Kind jüdischer Eltern in Fürth geboren. 1936 emigrierte sie mit ihrer Familie nach Südafrika. Sie setzte sich als Journalistin ab 1960 besonders gegen die Apartheid ein. 1966 erhielt sie nach einem beruflichen Aufenthalt in Südrhodesien (heute Zimbabwe) Einreiseverbot. Ende der 60er Jahre musste sie auch Rhodesien verlassen. Sie arbeitete in London, Köln, dann wieder in Sambia und Zimbabwe. Heute lebt sie in Deutschland.
2005 wurde Ruth Weiss für den Friedensnobelpreis nominiert. Sie veröffentlichte Sachbücher über die Probleme Südafrikas, Romane und Jugendbücher, die über Unrecht und Gewalt aufklären und zu Toleranz und Frieden aufrufen. Das Buch »Meine Schwester Sara« war 2006/07 die Prüfungslektüre der Realschulen in Baden-Württemberg.
Beziehung zu Aschaffenburg
Bürgermeister Werner Elsässer erläuterte die Beziehung zwischen Ruth Weiss und Aschaffenburg. Die Familie ihres Vaters stammte aus einem Spessartdorf, ihrem Onkel Mathias Löwenthal gehörte das Kaufhaus Löwenthal in der Herstallstraße. Bis zu ihrem fünften Lebensjahr war sie daher häufig zu Besuch in der Stadt.
Der Kontakt zur Mädchenrealschule besteht seit 1998, zweimal war sie seitdem dort zu Lesungen und Diskussionen. Sie unterstützt Schul- und Hilfsprojekte der Mädchen für Afrika, ihre Bücher sind Unterrichtslektüre an der künftigen Ruth-Weiss-Schule.
Erstmals wird damit in Aschaffenburg eine Schule nach einer lebenden Persönlichkeit benannt. Oberbürgermeister Klaus Herzog würdige den Vorstoß der Schulfamilie als »wunderbares Projekt«».
pf

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