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14.01.2010 00:00 Uhr 4 Kommentare

Islam-Diskussion: Mit wem macht sich der CSU-Nachwuchs gemein?

Beiträge im Internet werfen Fragen auf - Bausback nimmt Junge Union in Schutz

Aschaffenburg  Die Vorgänge um den jetzt abgesagten JU-Abend »Aschaffenburg und der Islam« werfen Fragen auf. Vor allem mit Blick auf die Werbung im Internet: Mit wem macht sich die Junge Union Aschaffenburg da gemein?
Der Vorsitzende der Stadt-CSU, Winfried Bausback, nimmt die Nachwuchsorganisation in Schutz. Der Aschaffenburger JU-Vorstand sei nicht dafür verantwortlich zu machen, welche Website auf seine Informationsabende verweise und wie sie das tue.
Das mag stimmen. Was aber, wenn sich der stellvertretende JU-Vorsitzende, Felix Scholtysik, selbst in einem Forum äußert, das sich »Politisch Inkorrekt« (PI) nennt?

Nach der CSU-Veranstaltung mit dem bayerischen Integrationsbeauftragten Martin Neumeyer in Aschaffenburg beteiligte er sich an der PI-Diskussion. Er stellte eine Äußerung klar, die ihm zugeschrieben wurde, erklärte, versehen mit einem Smiley, dass er die Forumsbeiträge »seit Jahren täglich lese«, nannte das Main-Echo »eine linke Postille, welche am liebsten an jeder Straßenecke eine zweite Hagia Sofia hätte« und bedauerte, »wie weit sich die Führungselite der CSU vom Volk bereits entfernt hat«.

Scholtysiks Wortwahl ist moderat. Andere Diskussionsteilnehmer sind es weniger. Politiker, die auf Integration oder Dialog bedacht sind, werden »Volkszertreter«, »Volksverräter«, »politische Selbstbefriediger«, »Linksgrüne« oder »verblödete linke Dressurelite« genannt. Als »linke Postille« kommt das Main-Echo noch ähnlich gut weg wie die »Welt«, die bei PI als »grün-liberal« gilt. Medien, die sich seriös um Aufklärung bemühen, heißen auch schon mal »linksideologisch ausgehärtete deutsche Arschlochpresse«.
»Juveniles Ventil«


Lesen Sie auch zum Thema: Islam-Diskussion - Junge Union darf nicht in Pfarrsaal


Scholtysik distanziert sich im Gespräch mit der Redaktion von diesen Äußerungen. Sie seien »Schwachsinn« und allenfalls »juveniles Ventil von Frust«. Aus seiner Sicht handelt es sich bei PI um ein »heterogenes Forum, dessen Spektrum von rechts bis links reiche. Gemeinsam sei ihnen nur das Thema: die Ablehnung des Islam. Seine eigenen Äußerungen gründe er auf Fakten.
Fakten für seine Äußerung, das Main-Echo wünsche sich »an jeder Ecke eine zweite Hagia Sofia«, nannte er nicht. Das sei ein »flapsiger Scherz« gewesen, ausgelöst durch die Unzufriedenheit der Aschaffenburger Jungen Union mit der Zeitung und durch die Ablehnung eines Leserbriefs.
Auch von seiner Äußerung, er lese die PI-News seit Jahren täglich, distanziert sich Scholtysik. Er schaue gelegentlich hinein, wie in viele andere Internetseiten auch. Das verlange sein Studium der Politikwissenschaften.

Zu seiner Kritik an der CSU-Führung steht er dagegen. Die CSU-Basis sei frustriert - unter anderem wegen der Haltung der Partei zum Islam. Unzufrieden sei die örtliche Basis auch mit Aschaffenburger CSU-Politikern, weil sie sich in der Frage des Moscheebaus zu keiner »eindeutigen Position« durchringen könnten, sondern sich auf das Baurecht zurückzögen.

Nachdrücklich distanziert sich Scholtysik von ausländerfeindlichem oder gar rechtsextremem Gedankengut. Er gehöre zwar der Bürgerbewegung »Pax Europa« an, die als rechtspopulistisch gilt, zahle aber nur Mitgliedsbeitrag. Zudem habe er den jetzt abgesagten Islam-Abend mit Mina Ahadi mitorganisiert - und die sei Kommunistin. Tatsächlich ist sie deshalb im PI-Forum als Bündnispartnerin gegen den Islam umstritten.
»Absolut integer«
Vorbehaltlos stellt sich der CSU-Vorsitzende Bausback hinter den JU-Vize: Scholtysik sei ein »aufrechter Demokrat«, von Äußerungen anderer Teilnehmer an Internetforen fürfe nicht auf ihn geschlossen werden. »Fleißig und absolut integer« nennt der CSU-Bundestagsabgeordnete Norbert Geis den Aschaffenburger Nachwuchspolitiker.

Dass er, wie die Junge Union, den Bau von Moscheen mit Minarett in Aschaffenburg und andernorts ablehnt, habe inhaltliche Gründe, sagt Scholtysik. Erst müssten die islamischen Einwanderer ihre Haltung zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung, zur Stellung der Frau oder zur Religionsfreiheit klären. Peter Freudenberger

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Kommentare
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integer?
wie integer halten die Herren Bausback und Geis ein Zitat aus dem gleichen Forum (http://die-gruene-pest.com/showthread.php?p=107183) "Ich habe den Blick genau auf den Feind gerichtet.Und das sind die Muslime!", das einem Führenden der JU zugeschrieben wird?

Viele Grüße
murphy
geschrieben: 14.01.2010 13:11
staabpetra
Noch immer Meinungsfreiheit
Ist es nicht so, das in Deutschland immernoch die Meinungsfreiheit gilt, oder betrifft das nur die Worte, die gerne gehört werden.
Ich für meinen Teil, bin der Meinung das mir Politiker, die offen Stellung beziehen lieber sind, wie die, die nur den Worten der Parteiführung hinterher laufen.
Davon abgesehen, wird in keinem Wort erwähnt, das die meisten Bürger dieser Stadt gegen eine Moschee mit Minarett sind, ich dachte immer das integration sich im ganzen abspielt, das sehe ich aber angesichts des Verhaltens gerade der Muslime in Deutschland nicht so, man kann nicht einfach nur fordern ohne was zu geben. Fakt ist doch, das weder die Muslimische Gemeinschaft noch sonstige Vereinigungen bereit sind auch nur einen Schritt auf die Westliche Kultur zuzugehen, statt desen werden der Christliche Glaube und die Christen generell gerade in Moscheen noch immer als die Üngläubigen hingestellt und der Muslimische Glaube als der einzig ware interpretiert, angesichts dieser Denkweise kann man nicht Vorbehaltlos einseitige Forderungen stellen und die Bedenken dagegen ignorieren.

Mfg
geschrieben: 16.01.2010 00:14
dandy05
erschreckend
"politisch inkorrekt" ist in diesem fall wohl eher ein euphemismus für "volksverhetzung".
erschreckend, aus welchen leuten sich die politische führungselite von morgen rekrutiert.
csu und ju wären gut beraten, sich von herrn scholtysik und dessen äußerungen zu distanzieren.

geschrieben: 16.01.2010 11:12
rfo
richtiger Artikel
nachdem ich soeben meinen Kommentar in der falschen Rubrik eingetragen habe, füge ich ihn hier noch einmal ein:

... das kann ich sehr gut verstehen.
Und eine zunehmende Bevölkerungsgruppe wie die Islamgläubigen Zuwanderer wird in Zukunft immer neue Forderungen stellen, warum auch nicht.
In nicht allzu ferner Zeit werden in unserer Demokratie Menschen aus anderen Kulturen entscheiden, weil dann die ursprünglichen Deutschen nicht mehr die Mehrheit der Bevölkerung stellen. Mittlerweile kursieren statistische Daten von mindestens 20 % Bevölkerungsanteil ausländischer Herkunft, ob in 1. oder 2. Generation.
Warum sich also jetzt noch wegen einem Moscheebau oder Zwiebelturm hier oder da stören? Wenn nicht heute dann nicht morgen. Ich persönlich finde diese Debatte sinnlos, aufzuhalten ist diese Entwicklung ohnehin nicht.
Allen Lesern einen ruhigen schönen und friedlichen Abend.

Der Meinung der Kommentatorin Petra Staab kann ich mich anschließen.

Die Diskussionen in den Medien finde ich persönlich langsam ermüdend, da sie ohnehin nur in eine Richtung führen und die Wünsche und Meinungen in der Bevölkerung schon lange nicht mehr berücksichtigen.

Ein schönes Wochenende allen Lesern.
geschrieben: 16.01.2010 18:54
 
 
 
 

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