Bilderserie, "Heißer Herbst mit Punk und Pogo", Björn Friedrich
Von seiner gefühlsbetonten Musik waren auch die Organisatoren des Konzerts, Florian Wolf und Stephanie Weis, angetan. »Diese Musik würde ich auch zu Hause hören«, schwärmte die 20-jährige Weis. Die beiden Organisatoren kennen Chris Louis Müller persönlich, von der Jugendarbeit beim Roten Kreuz. »Wir wollten ihm die Chance geben, vor mehr Leuten aufzutreten«, erklärte der ebenfalls 20-jährige Florian Wolf.
Nur 250 Besucher
Etwas mehr Publikum als die gut 250 Gäste hatten sich wohl nicht nur die Verantwortlichen vom Kreisjugendring gewünscht, sondern auch die Band Set Alight, die ihr neues Album im Gepäck hatte. Am Vortag war ihre Platte »Sparks« auf den Mark gekommen.
Die Gitarristen der Aschaffenburger Band hüpften quer über die Bühne, gaben alles, doch der Funke sprang nicht auf die Gäste über. Zumindest leuchtende Handys streckten die Zuhörer in die Höhe, als die Indie-Rocker sich von ihrer zärtlicheren Seite zeigten.
Härter, schneller und dunkler spielten gegen 22 Uhr Illectronic Rock auf. Mit Songs wie »Angel Suicide«, »Killer« oder »Heart and Bonebreaker« schafften sie es, vor allem die Frauen im Publikum in Schwingung zu versetzen. Vom »kleinen Völkchen« in Bessenbach sei er doch positiv überrascht, sagte Sänger Robert Schwarze, und hatte ein besonderes Lob für die Organisatoren übrig: »Wir wurden empfangen wie Könige, wie Rockstars.« Neben Florian Wolf und Stephanie Weis gilt dieser Dank weiteren 20 ehrenamtlichen Helfern. Während die beiden Organisatoren fünf Monate täglich an der Vorbereitung des Festivals schufteten - Suche nach einer Halle, nach Sponsoren, nach Bands und das alles möglichst günstig - halfen am Konzerttag alle von acht Uhr morgens an mit. »Wir gehen erst heim, wenn alles wieder aufgeräumt ist«, kündigte Wolf an.
Den Rockherbst des Kreisjugendrings wollten Weis und Wolf unbedingt wieder ins Leben rufen, nachdem er im Vorjahr ausgefallen war. Ihr Ziel: Die Auslagen decken und einen tollen Abend haben. Eintritt: Sechs Euro für vier Bands.
Auf ihre Kosten sind die gut 80 am Ende des Abends verbliebenen Blutjungs-Fans auf jeden Fall gekommen: Kurz vor Mitternacht schickte Sänger Martin Großmann erst mal alle unter 18 Jahren raus - schließlich handeln Blutjungstexte auch schon mal vom Sexsymbol Fred, dem blutverschmierten Metzger.
»Ich will eine, die bezahlt!«
Die geringe Zuschauerzahl nahm Großmann nicht die Laune (»Tun wir für einen Moment so, als wärt ihr ein ordentliches Publikum und wir eine ordentliche Band!«), er nutzte den Freiraum, kam von der Bühne herunter, umarmte und küsste die Frauen, sang dabei: »Ich will keine, die mich lieb hat. Ich will eine, die bezahlt!« Später übergab er das Mikro an einen Mann aus dem Publikum, um selbst den Pogo zu tanzen. Gegen ein Uhr nachts konnten sich dann die Organisatoren allmählich ans Aufräumen machen. Vorläufige Bilanz der Security: Der Abend verlief friedlich. Kevin Zahn









































