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21.01.2012 00:00 Uhr 0 Kommentare

Pro und Kontra Massentierhaltung

»Jugend debattiert«: Edith-Stein-Realschüler Pascal Rieder und Marco Schmidt-Oertling für Regionalentscheid qualifiziert

Alzenau 
Nicht ganz gefüllt war die Aula der Edith-Stein-Realschule beim Schulfinale für die dritte Teilnahme am Wettbewerb »Jugend debattiert«. Aus der »großen« Schul-Qualifikationsrunde am 9. Januar hatten sich aus 16 Bewerbern vier Zehntklässer durchgesetzt, für die es nun um die Teilnahme am Regionalentscheid ging.
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Zum Foto für den Schülerwettbewerb »Jugend debattiert« stellten sich (von links): die Rektorin der Edith-Stein-Realschule, Isolde Schindler-Duschl, Marco Schmidt-Oertling, Max Kakas, Domenic Vongries, Pascal Rieder und Schul-Projektkoordinatorin Katharina Bock. Foto: Doris Huhn
Nach einer ausgewogenen Debatte gewann Pascal Rieder aus der 10 D vor Marco Schmidt-Oertling (10 B), Domenic Vongries (10 C) und Maximilian Kakas (10 B). Pascal und Marco fahren somit am 16. Februar zusammen mit zwei Juroren zum Regionalentscheid nach Würzburg.
»Brandaktuelles Thema«
Dieses Jahr ging es um ein »brandaktuelles Thema«, das in den letzten Tagen in den Medien präsent war und ist, wie Katharina Bock, Schulkoordinatorin von »Jugend debattiert«, eingangs erklärte. Zur Frage »Soll industrielle Massentierhaltung verboten werden?« gab es im Publikum eine eindeutige Pro-Haltung. Circa drei Viertel der Anwesenden stimmten per Hand ab, dass sie für ein Verbot sind.
Marco Schmidt-Oertling stieg in seiner Eröffnungsrede als Redner auf der Pro-Eins-Position mit Zahlen und Fakten ein. Der Soja-Anbau, der im Regenwald erfolgt, sei zu 90 Prozent für die Massentierhaltung bestimmt. Somit sei diese für die Rodung des Regenwaldes mitverantwortlich. Zudem führte er die mangelhafte Betreuung und wenig artgerechte Haltung der Tiere als Grund für ein Verbot an. Max Kakas auf der Kontra-Eins-Position hielt dagegen, dass die Zustände in der Massentierhaltung verbessert werden könnten. In Biobetrieben sei außerdem die Gefahr eines erhöhten Salmonellenaufkommens gegeben.
Antibiotika oder Bauernland
Pascal Rieder nannte als Pro-Zwei-Redner das Argument, dass das Antibiotikum, mit dem Tiere in Massentierhaltung vorsorglich behandelt werden, sich in deren Fleisch ablagert und somit vom Menschen konsumiert wird. Der Mensch kann so resistent gegen das Antibiotikum werden. Domenic Vongries als zweiter Kontra-Vertreter gab zu bedenken, dass es in Deutschland gar keinen Platz dafür gebe, um alle Tiere, die momentan in Massentierhaltung gehalten werden, artgerecht zu halten. »Deutschland würde nur aus Bauernhöfen bestehen«, lautete sein Standpunkt.
Strenger Zeitwächter
Nach den jeweils zweiminütigen Eröffnungsreden folgte eine zwölfminütige freie Aussprache, in der die Teilnehmer die Chance hatten, ihre Positionen ausführlicher darzustellen und konkret auf Argumente der Mitdebattierenden einzugehen.
In einem einminütigen Schlusswort konnten die vier Zehntklässer kurz und knapp zusammenfassen, warum sie für oder gegen das Verbot von Massentierhaltung sind. Zeitwächter Christian Pavlic läutete mit seiner Glocke jeweils den Beginn und das Ende der Sprechzeiten ein und warnte damit auch vor dem Überschreiten der Zeitregeln.
Sehr schwer hatte es anschließend die Jury, eine möglichst objektive Bewertung zu treffen. Neben der ehemaligen Schulkoordinatorin Melanie Klein, auf deren Initiative hin »Jugend debattiert« vor drei Jahren an der Schule eingeführt wurde, saßen die Edith-Stein-Lehrerinnen Melanie Wirth und Jennifer Dobler, Main-Echo-Mitarbeiterin Doris Huhn und Zeitwächter Christian Pavlic auf der Jury-Seite.
Nach eingehender Beratung verkündeten die Juroren ihre Entscheidung und gaben jedem Debattierenden noch ein persönliches Feedback. »Ich hätte mir ein bisschen mehr Kampf und Lebendigkeit gewünscht sowie ein paar mehr konkrete Beispiele«, übte Melanie Klein konstruktive Kritik. Nachdem Pascal und Marco die Gratulationen von Mitschülern, Lehrern und Familien entgegen genommen hatten, heißt es nun Daumen drücken für den Regionalentscheid.
Doris Huhn
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