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22.02.2012 00:00 Uhr 26 Kommentare

Verheirateter Gauck mit Freundin - Geis fordert »geordnete Verhältnisse«

Interview: Geis hat keine Ratschläge für Gauck, aber...

Interview mit Kleinkahler CSU-Bundestagsabgeordneten Kaum ist Joachim Gauck als neuer Bundespräsident auserkoren, reden sich Tipp-Geber und Kritiker in Stellung. Da darf ein Nor­bert Geis, be­kannt für sei­ne kon­ser­va­ti­ve Aus­rich­tung, natürlich nicht fehlen. Den CSU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te aus dem Kreis Aschaf­fen­burg stört es, dass Gauck nicht geschieden ist, aber schon seit langer Zeit mit seiner Freundin zusammenlebt. Gauck müsse da für »geordnete Verhältnisse« sorgen. (Mit Abstimmung)

Zur Abstimmung unten auf dieser Seite

Norbert Geis Foto: Gregor
Gauck lebt seit 12 Jahren mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt, einer Nürnberger Journalistin, zusammen. Im Jahr 1991Re­na­te hatte sich Gauk von seiner Frau getrennt, sich aber bislang nicht von ihr scheiden lassen. Main-Echo-Redakteurin Renate Eng­lert sprach mit Geis über Ka­tho­li­zis­mus, Le­ben­s­um­stän­de und -wir­k­lich­keit.

Gibt es an Gauck etwas auszusetzen?
Ich halte Herrn Gauck für einen guten Kandidaten und hoffe sehr, dass er ein guter Bundespräsident wird. Dann ist er aber nicht mehr nur Privatmann, sondern ein Repräsentant des ganzen Volkes. Es ist eine Überlegung wert, ob er nicht - wie er es eh schon überlegt hat - seine Lebensverhältnisse in Ordnung bringt und seine Lebensgefährtin heiratet. Es geht darum, dass er eine breite Akzeptanz findet.

Sie fordern Herrn Gauck also nicht zur Heirat auf?
Nein, ich habe ihm keine Ratschläge zu erteilen.

Was sind für Sie geordnete Lebensverhältnisse?
Es ist nicht ganz gewöhnlich, dass jemand nicht geschieden ist und schon seit sehr langer Zeit mit einer Freundin zusammenlebt. Als Privatmann spielt das keine Rolle. Aber als Repräsentant des ganzen Volkes kann man sich überlegen, ob es nicht besser wäre, auch in dieser Hinsicht für geordnete Lebensverhältnisse zu sorgen. Als Bundespräsident muss er im In- und Ausland repräsentieren. Da wäre es gut, wenn neben ihm seine ihm angetraute Frau stünde und nicht »nur« die Lebensgefährtin.

Ist es aus Ihrer Sicht problematisch, dass der künftige Bundespräsident ein evangelischer Theologe ist?
Nein, überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich erhoffe mir sehr viel davon.

Die Kanzlerin und der künftige Bundespräsident sind aus Ostdeutschland und evangelisch. Spiegelt das unsere Gesellschaft treffend wider?
Man sollte versuchen, zwischen den beiden Konfessionen ein ausgewogenes Verhältnis hinzubekommen. Aber das spielt heute nicht mehr die Rolle wie in den 50er und 60er Jahren.
Was die ostdeutsche Herkunft betrifft: Das sehe ich nicht als Knackpunkt. Die Wiedervereinigung war vor über 20 Jahren. Zwischen Ost- und Westdeutschland muss kein Proporz bestehen.

Der Einfluss des Katholizismus auf die Politik geht zurück. Wie will der Kardinal-Höffner-Kreis, dem Sie angehören, dagegen vorgehen?
Wir haben schon Einfluss, aber die Zahl der Gläubigen geht sowohl bei der katholischen als auch bei der evangelischen Kirche zurück. Wir leben in einer pluralistischeren Gesellschaft als früher. Aber gerade in einer pluralistischen Gesellschaft ist es wichtig, dass man seine eigenen Vorstellungen in die Diskussion einbringt, sonst gehen sie unter.

Christian Wulff war in zweiter Ehe verheiratet. Er ist katholisch, seine Frau evangelisch. Gibt es daran Ihrer Meinung nach etwas auszusetzen?
Nein, überhaupt nicht. Wulff hat sich scheiden lassen und wieder geheiratet und damit eine gewisse Ordnung deutlich gemacht.

Scheidung und Wiederverheiratung sind also die Lebenswirklichkeit?
Für mich persönlich kann ich das ablehnen. Aber in Gesellschaft und Politik muss ich diese Lebenswirklichkeit akzeptieren.

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Kommentare
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observer
Für geordnete Verhältnisse sorgen
Seid Nachsichtig mit Norbert Geis. Gewährt ihm, was er nicht zu geben vermag: Vergebung in christlicher Nächstenliebe.
geschrieben: 21.02.2012 18:59
Bigotte Heuchelei
Tausend mal besser ehrliche "wilde Ehe" als geheuchelte "geordnete Verhältnisse". Die Zeit der klerikalen Bevormundung sollte spätestens jetzt nach den Misbrauchsskandalen ein für alle mal vorbei sein !
geschrieben: 21.02.2012 20:16
Das entspricht aber ...
... nicht der katholischen Lehre, wenn er Herrn Bundespräsident Wulff attestiert, so sei alles in Ordnung. Ist es eben nicht, denn er lebt in Sünde.
Ich war der Meinung, die Ehe sei nach kath. Lehre ein Sakrament?
Siehe Herrn Ministerpräsident Seehofer, beim dem ist nach kath. Lehre alles in Ordnung, er ging zu seiner Frau zurück und büßte für seinen Fehltritt.

Mal im Ernst, das ist wieder eine der Geis'schen Entgleisungen. Hoffentlich läßt er sich wieder aufstellen, dann haben wir ab und zu etwas zu lachen.
geschrieben: 21.02.2012 22:45
Realität
Herr Geis beweist wieder einmal, dass er in den 70er Jahren stehen geblieben ist, wo die CSU in Bayern noch den Leuten vorgeschrieben hat, was sie zu tun und zu lassen haben.

Herr Geis sollte sich nicht mehr aufstellen lassen, denn er ist nur noch eine "peinliche Witzfigur".
geschrieben: 22.02.2012 05:48
passat
Fauxpas, Herr Geis!
Wieder und immer wieder derselbe Ungeist. Mit seiner Haltung zur sogenannten „wilden Ehe“ vom zukünftigen Bundespräsidenten Joachim Gauck, zeigt er doch, dass er für immer aufs Altenteil gehört.
Im tiefsten Kahlgrund möge er denken, was er wolle.
Er sollte nur endlich seine „vorlaute Klappe“ halten und die Menschen in Ruhe lassen.
Joachim Gauck, einen besseren weltmännischen Bundespräsidenten als den zweiten „Lügenbaron“ Wulff, gibt es nicht.
Dem kann der „Lautsprecher“ der CSU nicht im geringsten das Wasser reichen.
geschrieben: 22.02.2012 07:16
zum
einen beobachte ich ja mit Riesenfreude wie Herr Gauck plötzlich bei seinen Steigbügelnhaltern aneckt (Occupy, Sarazzin), andererseits setzt bei "dem Geis" nur noch das "Fremdschämen" ein.
geschrieben: 22.02.2012 07:30
Selbstdisqualifiziert
Das ist mal wieder typisch Geist. Ein Mann der von seiner Position nicht lassen kann und derart Konsevativ ist, dass es einem einfach nur weh tut.
Habe gelesen, er tritt zur nächsten Wahl nicht mehr an, er merkt wohl, dass er den Zeitgeist nicht mehr trifft und rigoros abgestraft würde für seine Haltung.
geschrieben: 22.02.2012 09:11
langsam schäme ich mich ja fast...
... Aschaffenburger zu sein.
Wie in dem Kommentar über das angeblich - wenn auch falsch dargestellte - Busenverbot sinngemäß zu lesen war:
"Die Stadt arbeitet seit Jahren gegen ihr provinizelles Image".
Und dann kommen zwei solche Knaller direkt hintereinander...
Ich komme aus dem Fremdschämen ja schon bald nicht mehr heraus.
Man muss ja nicht zwanghaft alles tolerieren, aber doch mal einsehen, was so Gang und Gäbe ist unserer Welt. Zumal ja niemand verletzt oder in seinen Rechten eingeschränkt wird.

Den Vorkommentar im Sinne von "lieber ordentlich in wilder Ehe" als allen "geordnete Verhältnisse" vorlügen unterschreibe ich.
Seine Beziehung ist Herrn Gauck's Privatsache.
Herr Geis auf's Abstellgleis - ist endgültig unwählbar geworden!
geschrieben: 22.02.2012 09:33
claudia60
"Armer Gauck"
...hab ich es nicht gesagt? Er ist der Nächste! Schaut doch mal nach W E R mit Schmutz umsich wirft.....
geschrieben: 22.02.2012 09:49
alles Quatsch
Worüber regen sich die "ehrenwerten" Herren so auf.
Wir haben einen schwulen Aussenminister,sorry...ist das besser?
Ob einer der hohen Herren nun 5 mal verheiratet war und weiterhin fremdgeht oder einer ohne Trauschein seit Jahren glücklich mit ein und derselben Frau zusammenlebt.
geschrieben: 22.02.2012 14:06
raumopper
Ach, Herr Geis,
bitte nicht schon wieder.
Was wären dann erst ein Ole von Beust, Klaus Wowereit oder Guido Westerwelle als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten mit einem Lebenspartner als "First Lady"! Mein Favorit wäre dann allerdings Alfred Biolek, weil kein Parteipolitiker.
geschrieben: 22.02.2012 14:44
strickliesel
Schmutzige Wäsche ?
Da ist er noch nicht gewählt und schon wird diese bestimmte Wäsche gewachsen ... Es wird gewühlt im privatesten Bereich eines Menschen!

Da kommt vielleicht noch jemand, der meint " XYZ ... mit der Würde des hohen Amtes nicht vereinbar ...." So dürfte es aktuell keinen regierenden Bürgermeister von Berlin geben, keinen Außenminister und auch keine Frau Merkel: Frauen wählen? Ui, wie unmöglich.

Solange dieser Mensch nichts Gesetzwidriges tut, lasst ihm bitte seine Privatsphäre - es wird wenig genug davon geben.

Ich habe fast drauf gewartet, dass Herr Geis sich zu den "ungeordneten" Verhältnissen äußert: noch verheiratet und dann seine Lebensgefährtin bald heiraten ... das dürfte auch bei einem (Fast-) Bundespräsidenten so schnell nicht gehen.

Peinlich peinlich, wenn "unsere" Stadt innerhalb von wenigen Tagen mit zwei tollen dollen Schlagzeilen auf sich aufmerksam macht.
geschrieben: 22.02.2012 14:58
mozart
siku
kann man nur sagen "wo isses hirn" nach so einer aussage von geis
geschrieben: 22.02.2012 15:32
Maiers-Wilder-Haufen
grund ütiger
welch bock schoss den die "geis" hier?^^
geschrieben: 22.02.2012 15:43
ts ts ts....
es muss sich doch niemend wegen Herrn Geis schämen, dass er Aschffenburger ist.
Herr Geis wurde in Großwallstadt (MIL) geboren und wohnt in Kleinkahl.
Wäre ja noch schöner, gell zwinkern
geschrieben: 22.02.2012 16:02
siehor
Altersweisheit
Als ich gestern die Meinung des Herrn Geis im Fernsehen gehört habe, eilte ich sofort in die Stiftskirche und stellte ihm eine Kerze auf. Ich hoffe auf Wirkung, dass durch göttliche Segnung endlich die Alterweisheit auch auf ihm Einfluss nimmt. Selbst Pater Anselm Grün aus Münsterschwarzach kann mit dieser Form der Lebensgemeinschaft leben!
geschrieben: 22.02.2012 16:11
Die Würde des Amtes
Vorsicht Satire!

Also bitte! Wilde Ehe und Ehebruch entsprechen ganz offensichtlich der Würde des Amtes!

Weshalb sonst hätte man ausgerechnet diese Person als Erbprinzen des Erbprinzen nominiert? Davon wussten ja alle "Gauckler" schon vorher!

Und: Die Bundesrepublik hat schließlich ein Recht auf Dekadenz! Nach einem Hinterlader als Aushängeschild des Staates und nach einem Mann als "First Lady" sind Baphomet-tätowierte Grüßaugust-Gattinnen und Polygamie im Lustschloß Schönblick nur erstrebenswert. Deswegen sollte sich der von der Politgang neu Etablierte auch nicht zwischen seiner geliebten Gattin und seinem inzwischen angejahrten Schmusekätzchen entscheiden müssen: Einfach die Zweite nur dazuheiraten - und schon ist's gut! Immerhin haben die Hauptverantwortlichen nach monatelangem Suchen eine willfährige Staatsanwaltschaft gefunden, die es ermöglicht hat, den würdelos-gewordenen Würdenträger vom Würdethron zu stoßen; da müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn sich nicht eine Pfarrei finden ließe, die dem neuen Würdeträger zu seiner Gattin noch eine zweite hinzutraut. Soviel Würde sollte schon sein!

P.S.: Noch einen schneidigen Gruß an die Sturmtruppen der DDR: Und ihr habt doch gesiegt! Nach einem IM*-Kanzler bekommen wir jetzt wohl auch noch einen IM*-Präsidenten...

So stimmet alle ein in die altbekannte Weise: "Brüder, zur Sonne, zur Freiheit..."

*IM: Kürzel für Industrie-Marionette. Was haben Sie wohl gedacht!
geschrieben: 22.02.2012 17:27
Doppelte Moral?
Wenn Herr Geis nun fordert, Herr Gauck möge sein Privatleben ordnen, stellt man sich schon die Frage, haben wir sonst keine Probleme? Wie kommt Herr Geis damit zurecht, dass der CSU-Vorsitzende und "Bundespräsident auf Zeit" eine heimliche Geliebte hatte und Vater eines unehelichen Kindes ist?
Da wir im Jahre 2012 leben, finde ich es ehrlicher, in offizieller wilder Ehe zu leben, als den Eindruck zu erwecken, der Fassade zuliebe sog. geordnete Verhältnisse vorzuführen.
Viel wichtiger wird es sein, dass Herr Gauck sein neues Amt so ausfüllen wird, wie es sich wohl viele wünschen: den Unterschied zwischen legal und legitim kennen sowie authentisch sein/bleiben.
geschrieben: 22.02.2012 17:58
landratsamtmil
tutnichtszursache
Hat eigentlich irgendjemand von all diesen Schlaumeiern und Frendschämern das Interview mit Norbert Geis gelesen? Irgendwo eine Schlagzeitle hören oder lesen und schon wird gedankenlos drauf reingesprungen. Erst nachdenken und dann reden bzw. schreiben.
geschrieben: 22.02.2012 21:48
timothy
Richtig lesen...
Besser wäre es, das Interview erst zu lesen und dann zu kommentieren. Herr Geis sagt lediglich "Es ist eine Überlegung wert, ob er nicht - wie er es eh schon überlegt hat - seine Lebensverhältnisse in Ordnung bringt und seine Lebensgefährtin heiratet." und er fordert Gauck ausdrücklich nicht zur Heirat auf, weil es dessen Privatsache ist. Was bitteschön ist an dieser Einstellung verkehrt???
geschrieben: 22.02.2012 23:41
KaHaKoe
@timothy
aber genau das bringt Geis doch in seiner Aussage rüber: Trauschein = geordnete Verhältnisse. Das ist erstens weltfremd und zweitens ein Affront gegen alle glücklich ohne Trauschein lebenden Paare.
geschrieben: 23.02.2012 09:15
rizzo69
seltsam
da kann ein MdB einen Riesenblödsinn verzapfen und es finden sich doch noch einige wenige, die es verteidigen...
Was fordert er als nächstes? Die "train-Marschalls" waren schonmal dran...man darf (muss) gespannt sein, leider...
geschrieben: 23.02.2012 11:35
rizzo69
OT
Frage an die Redaktion:
Was soll der Quatsch einen Artikel zu Anfang für jedermann freizuschalten, am nächsten Tag nur noch für Abonnenten? Wenn schon wäre es doch umgekehrt sinnvoller? Oder soll damit die Diskussion etwas eingedämmt werden?
geschrieben: 23.02.2012 11:39
superogni
Geordnete Verhältinsse
Vielleicht sollte Herr Geis in seinem Oberstübchen für geordnete Verhältnisse sorgen. Oder er kümmert sich ein bißchen um die katholische Kirche, da hat er auch genug zu tun. Dieser Mensch ist einfach unglaublich.
geschrieben: 23.02.2012 15:00
dirach
So kennen wir Ihn, den Herrn Geis!
Also, äh, wenn Herr Geis mit Herrn Gauck von Aschaffenburg, äh, mit dem Transrapid nach, äh, und dann im Waggon, äh, direkt an den Flughafen der Ehe, äh, in nur 45 Minuten, äh......! CSU eben....grins!!!
geschrieben: 23.02.2012 17:29
Main-Netz-Redaktion
@rizzo69
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Main-Netz-Redaktion
geschrieben: 23.02.2012 17:53
 
 
 
 

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