Fleiß wurde immer honoriert und so soll es auch bleiben. Aufgrund umfangreicher Arbeitsmarktreformen, hin zu mehr Flexibilität für die Unternehmer stellt sich leider mittlerweile die Frage, ob Fleiß für die breite Masse der »Arbeitsfähigen« überhaupt noch möglich ist. Die Maßnahme Zeitarbeit beispielsweise wurde als Jobwunder verkauft und hat sich vielerorts als Ausbeutung in Form von beschämenden Stundenlöhnen der Arbeitssuchenden in Boomzeiten geoutet.
In der aktuellen Krise ist das Jobwunder verschwunden, weil die Leiharbeiter meist nicht weiterbeschäftigt wurden und wieder arbeitssuchend sind. In einer Zeit, in der die Millionäre um ihre Rendite und die Hartz-IV-Empfänger wegen der Kälte in ihrer Wohnung zittern, ist eine Sozialneid-Debatte völlig fehl am Platz. Dass unser Land genug Geld erwirtschaftet, ist sonnenklar, doch die Verteilung passt nicht mehr! Oder sind die Chefs, der Abrechnung zufolge, zigmal fleißiger als ihre Angestellten?
Zeigt es sich doch wieder an der Steuersünder-CD, über die auch noch breit diskutiert werden musste, bevor man ihrer habhaft werden wollte und die Kriminellen ausreichend Zeit zur Selbstanzeige hatten. Das ist spätrömische Dekadenz, lieber Guido! Hier sind die echten Verbrecher zu suchen, nutzen sie doch unser ansonsten komfortables System von Verkehr, Bildung und Gesundheit schön mit, ohne korrekt zu bezahlen. Meiner Meinung nach geht es Westerwelle bei der Debatte um die Erhöhung der Hartz-IV-Sätze nur um Sicherung der Pfründe.
Würden die Sätze erhöht, lohne sich Arbeit auf dem breiten Billiglohnsektor noch weniger und es müsste in Aufschwung- und Boomzeiten wieder mehr für Arbeitnehmer bezahlt werden, um sie hinter dem Ofen vorzulocken.
Mehr Lohn bezahlen wollen die Millionäre für ihre Arbeiter und
Angestellten aber bestimmt nicht,
geht es doch von der eigenen Ren-dite ab.
Jörg Lippert, Am Zollstock 1, Hösbach




























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