Nun hat Zollitsch endlich öffentlich Position bezogen, und es gibt wenig auszusetzen an seinen Worten. Der Bischofskonferenzvorsitzende entschuldigte sich bei den Opfern, drang auf umfassende Aufklärung, stellte die bislang geltenden Leitlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch auf den Prüfstand und zeigte sich offen für Änderungen in der Priesterausbildung.
Er hob sich damit wohltuend von seinem konservativen Mitbruder, Augsburgs Bischof Walter Mixa, ab, der sich dazu verstieg, einen Zusammenhang zwischen den Missbrauchsfällen und der sexuellen Revolution herzustellen.
Doch Zollitschs Worten müssen Taten folgen. Bis Donnerstag werden die Bischöfe über Konsequenzen aus den Missbrauchsfällen beraten, und sie sollten sich dafür stark machen, dass sexueller Missbrauch nicht mehr verjährt. Denn das ist ein wesentlicher Grund, warum in den vergangenen Jahren oft vertuscht wurde, wo rückhaltlose Aufklärung gefragt gewesen wäre. Zudem sollten sie dafür sorgen, dass die Beauftragten der Bistümer für Missbrauchsfälle kirchenunabhängige Personen sind.
Und: Die deutschen Bischöfe sollten klar machen, dass Sexualität ein wunderbares Geschenk Gottes an den Menschen ist, das die Kirche grundsätzlich bejaht. Papst Johannes Paul II. hat mit seiner Theologie des Leibes hier einen guten Anfang gemacht. Leider ist das bis jetzt viel zu wenig beachtet worden - auch innerhalb der katholischen Kirche. Martin Flenner






























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