Dabei wird deutlich: Koreck schafft es, ihr Baierisch in die Welt zu tragen und diese Erlebnisse wiederum in ihre Songs einfließen zu lassen. Ein Prinzip der Wechselwirkung, dass aufgeht. Hinterwäldlerdasein ist ihr fremd, ihre Anekdoten und natürlich die zugehörigen Songs nehmen das Publikum mit auf eine Reise. Dazu gehört die Story von einem Auftritt vor leerem Haus in Nashville genau so wie die von Koreck mit Gitarre auf einem Zebrastreifen in Tokio. Liebevoll-verrückt ist sie, und ihre Selbstverständlichkeit bei der Hingabe zur Musik bedeutet für sie nicht Selbstverständlichkeit von Erfolg. Beinahe hat es den Anschein, als ob Koreck der ganze Rummel um ihre Person eher peinlich ist, wirkt sie doch zu jeder Sekunde einfach wie eine junge Künstlerin, die Spaß daran hat, ihre Lieder zu spielen. Die Begeisterung, die sie damit entfachen kann, ist einzigartig. Nachdenklich-verträumtes Liedgut wie "Scheen Aung" harmoniert mit rockigem Material wie "I Wui Dass Du Woasst", andere Stücke, zum Beispiel "Schuah aus", "Jaga" oder "Melodie In Meim Kopf", decken zwischen diesen beiden Eckpfeilern die größtmögliche Bandbreite ab. Koreck selbst wechselt zwischendurch auch von der Akustik- zur E-Gitarre, singt einmal mit, ein anderes Mal ohne Instrument. Ihre drei Mitmusiker sind ähnlich flexibel und tauschen Gitarre, Bass und Drums je nach Song gegen Stagepiano, Kontrabass oder Percussion aus. Dabei hat Koreck mit ihren Jungs die perfekte Band gefunden - wirken sie doch ähnlich kumpelhaft und bodenständig wie sie selbst.
Echte Freude Bei so viel Herzblut und Sympathie ist ein enttäuschtes "Ooooh" bei der Ankündigung des letzten Songs mehr als nachvollziehbar. "Vielleicht koan moa do noch woas mache!", stellt sie dann auch gleich augenzwinkernd eine Zugabe in Aussicht. Nach dem ersten Zugabenblock verhallt der Applaus nicht. "Mensch, des freuat mich abba!", lacht Koreck.
Bleibt nur zu hoffen, dass sich Koreck ihre Integrität auch in Zukunft bewahren kann und trotz neuer Plattenfirma nicht Opfer irgendwelcher Marketingstrategen wird. Bis jetzt konnte sie standhalten, und das mit Musik in ihrer reinsten Form, aus Überzeugung statt Profitstreben, aus dem Herzen statt als Produkt einer Fließbandarbeit von zielgruppenorientiert arbeitenden Songwritern.
Nicht umsonst betont einer ihrer Mitmusiker, dass Koreck ihre Lieder selbst schreibt. Den Beweis, dass es auch jenseits des Casting-Wahns doch noch etwas Besseres gibt, lieferte die Sängerin ihrem Publikum ohne Umschweife. Korecks Zuschauerzahlen sprechen eine deutliche Sprache. Noch sind nämlich nicht alle Musikfans so blöde, auch wenn man bei Shows wie "DSDS" das Gegenteil vermuten könnte. Womit wir wieder bei der eingangs erwähnten Ehrlichkeit wären... Marco Burgemeister




































