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09.07.2012 17:06 Uhr 0 Kommentare

«The Raid»: Action aus Indonesien

Jakarta (dpa) Aus Indonesiens Filmstudios kamen in den vergangenen Jahren vor allem Horrorfilme. Oft gemischt mit einer guten Dosis Sex und verkauft mit bizarren Titeln wie «Der Shampoo-Geist». Doch das verändert sich gerade, hoffen unabhängige Filmemacher. Das Action-Spektakel «The Raid» könnte dafür ein Beispiel sein.
«The Raid»
Die indonesischen Schauspieler Yayan Luhian und Iko Uwais und der britische Regisseur Gareth Evans haben einen brutalen, aber sehr gelobten Actionfilm inszeniert. Foto: Kim Hee-Chul

Mit einem kleinen Budget von nur etwa einer Million Dollar und unbekannten Schauspielern gedreht, spielte das Werk bereits das Vielfache wieder ein und gewann auf Filmfestivals erste Preise. Für Indonesiens Filmliebhaber ist «The Raid» das Zeichen, dass die örtliche Industrie mehr kann, als nur billige Horrorstreifen zu drehen. Ab 12. Juli ist der Film auch in deutschen Kinos zu sehen.

«The Raid» (Originaltitel: «Serbuan Maut») wurde von dem walisischen Regisseur Gareth Evans gedreht. Der im Land mit einer indonesischen Besetzung gedrehte Film habe alle Zutaten für einen Erfolg an den Kinokassen, meint etwa der Regisseur und Produzent Damien Dematra: «"The Raid" hat Action, Waffen, Kampfkunst, und er ist gut gemacht.»

Worum es in dem Actionfilm geht? Polizist Rama, gespielt von dem Kampfsportler Iko Uwais, und seine Einheit sollen einen Gangsterboss in einem Hochhaus in Jakarta festnehmen. Doch die Aktion geht schief und sie müssen sich zu dem Gangster durchkämpfen - brutale Actionszenen und jede Menge «pencak silat», eine indonesische Kampfkunst, sind garantiert.

In Indonesien haben seit April etwa 1,8 Millionen Kinobesucher «The Raid» gesehen, sagt die Produzentin Maya Barack-Evans. In den USA spielte der Film demnach bereits 4,1 Millionen Dollar ein. Für den Filmkritiker Ekky Imanjaya steht fest: «The Raid» hat die Begeisterung der indonesischen Kinobesucher für heimische Filme wiedererweckt. «Dadurch haben die Menschen erkannt, dass unsere Filme mit Produktionen aus Ländern wie Südkorea oder sogar Hollywood mithalten können.» In dem 240-Millionen-Einwohner Land Indonesien wurden im Vorjahr nach Angaben der Filmindustrie nur gut 80 Filme produziert. Es gibt nur 660 Kinosäle im Land.

Da waren bislang meist Horrorfilme zu sehen. Der gefeierte Regisseur und Drehbuchautor Joko Anwar meint jedoch, dass sich das ändert. «Ich denke, wir können sagen, dass 2012 ein gutes Jahr für die indonesische Filmindustrie ist.» So seien indonesische Werke auf internationalen Festivals zu sehen - und kämen gut an. Zwar sähen im Schnitt etwa 300 000 Kinobesucher einen dieser billig produzierten Horrorfilme, immer noch genug um Gewinne einzustreifen, sagt er. Doch das Publikum verliere das Interesse an diesen Werken.

Anwar und gleichgesinnte Kollegen wollen in ihren Arbeiten auch für das muslimische Land kontroverse Themen wie Homosexualität und Polygamie ansprechen. Denn trotz des Erfolges von «The Raid» habe Indonesien noch einen weiten Weg vor sich, bevor sich die Filmindustrie mit Hollywood oder dem indischen Bollywood messen könne, betont Anwar. «Hier gibt es keine Studios wie in Hollywood, Produzenten müssen ihre Filme unabhängig produzieren und vertreiben.» An Talent mangele es nicht, aber an der Finanzierung.


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