Craig Brewer («Hustle & Flow») hat sich nun wieder des Stoffes angenommen und ein Remake inszeniert. Unterstützt wird der Regisseur dabei von alteingesessenen Hollywoodmimen wie Dennis Quaid («Great Balls of Fire») und Andie MacDowell («Vier Hochzeiten und ein Todesfall»). Vor allem aber überzeugen die Newcomer und Hauptdarsteller Kenny Wormald («Center Stage») und Julianne Hough («Burlesque»).
Tanzende Füße in Großaufnahme, so beginnt die Neuauflage des Dance-Klassikers. So wie schon das Original von 1984. Und auch wenn Ren McCormack (Kenny Wormald) kaum an den verwuschelten Kevin Bacon von damals erinnert, so darf er doch den gleichen VW-Käfer fahren. Aus dem denn auch ähnlich laute Musik dröhnt wie einst. Aus Boston hat es den Teenager ins kleine Bomont verschlagen - eine gottesfürchtige Gemeinde mit nicht einmal 20 000 Einwohnern. Und wenn er auch fremdelt mit den Sitten und Gewohnheiten der Provinz, so findet er doch schnell Anschluss: Ausgerechnet zur Tochter (Julianne Hough) des strengen Reverend (Dennis Quaid) fühlt er sich hingezogen, und ein Schulkumpel ist auch schnell gefunden.
Mit einer Sache allerdings mag sich der Heißsporn nicht abfinden: In Bomont herrscht ein Tanzverbot für alle Minderjährigen. Ein schrecklicher Unfall mit mehreren Toten führte dazu, dass die Gemeinde ein derart strenges Gesetz erließ. Mit der Verve und der Intelligenz aber von Ren McCormack hat niemand gerechnet. Tanzen nämlich ist dem agilen city boy ein viel zu wichtiges Ventil, als dass er sich einfach dem Verbot fügen könnte. Und so macht sich Ren daran, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gegen das Gesetz zu kämpfen. Und nicht nur Ariel, sein neuer Schwarm, steht ihm dabei zur Seite.
Überzeugend gibt Dennis Quaid den innerlich zerrissenen Geistlichen (1984 spielte John Lithgow den Part), der strikt über seine Gemeinde wacht, dem man die Liebe zu seiner Tochter aber stets glaubt. Andie MacDowell ist die treue Ehefrau an seiner Seite - sicher nicht ihre größte Rolle. Vor allem aber stimmt die Chemie zwischen den jungen Protagonisten. Wobei es nicht schadet, dass Ren mal an den jungen Johnny Depp, mal an James Dean und Ariel etwas an Jennifer Aniston erinnert.
Von einer Modernisierung des Stoffes kann indes kaum die Rede sein. Dafür kommt «Footloose 2011» einfach zu konservativ daher. Gerade das aber spricht für den Film: kein Schnickschnack in 3D, keine Anbiederung an Trends, kaum aktuelle Hits. Stattdessen Country und Square Dance und drei Jahrzehnte alter Heavy Metal. Ob man damit Kids ins Kino wird locken können, ist fraglich. Sympathisch aber ist die Hommage ans Original allemal. Und wer mit dem Film von 1984 aufgewachsen ist, der wird wohl eh nicht drum herum kommen.
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