Dazu gehöre zunächst die Mediathek des Senders, die noch in diesem Frühjahr als App zu haben sein werde - ein genaues Datum nannte er nicht. Schächter sagte, dass über alle mobilen Computer und nicht nur über Apple-Geräte Zugang zu dieser Anwendung ermöglicht werden soll.
Weitere Apps sollen folgen, darunter «heute.de» und eine Sport-App zu Beginn des Jahres 2012. Der Intendant sagte, dass anderthalb Jahre nach dem Start der mobilen Anwendungen dieser Schritt fällig sei, da die privaten Verleger nun lange die Möglichkeit gehabt hätten, ihre Angebote zu etablieren. Der Verbraucher soll die Apps kostenlos nutzen können, weil er bereits über die Gebühr für die Inhalte bezahlt habe, so sehe es der Rundfunkstaatsvertrag vor.
Im vergangenen Dezember hatte die ARD ihre «Taggesschau»-App gestartet. Gegen diese Pläne hatten die Verleger protestiert, weil sie ihre digitalen Geschäftsmodelle durch kostenlose Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender bedroht sehen.
Die Zukunft des ZDF-Klassikers «Wetten, dass..?» nach dem Abtritt von Thomas Gottschalk ist nach wie vor ungeklärt. ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut unterstrich, dass es nach den drei Herbst-Ausgaben mit Erinnerungscharakter zunächst eine Pause im ersten Halbjahr 2012 geben werde. Ob weiterhin mit Michelle Hunziker für die Moderation geplant werde, ließ Bellut offen. Hunzikers Vertrag läuft zum Jahresende aus. Das ZDF wolle sie jedoch für sein Programm halten. Für die Fortsetzung von «Wetten, dass..?» existiert laut Bellut ein «Plan A, Plan B und Plan C» - Näheres sagte er nicht.
Mit Gottschalk wird laut Bellut auch nach «Wetten, dass..?» für die «Primetime» geplant. Es gebe bereits einige Ideen, die in Dreier-Runden mit dem Intendanten, dem Programmdirektor und Gottschalk erörtert würden. Das ZDF setzt in seinem Programm neben Gottschalk auch auf andere Namen. So wird TV-Entertainer Hape Kerkeling demnächst fürs ZDF «Unterwegs in der Weltgeschichte» sein. So lautet der Titel einer sechsteiligen Reihe, die das ZDF im Herbst 2011 mit dem 46-jährigen Komiker und Autor als Präsentator zeigen wird. Kerkeling begibt sich nach Ägypten, Israel, Griechenland, Frankreich, England, Deutschland, Russland, China, Mittelamerika und in die USA.
Auch Sandra Maischberger, sonst als Talkerin in Diensten der ARD, ist fürs ZDF tätig geworden. Mit Zeitzeugen erinnert sie in einer Dokumentation («Pershing statt Petting») an den NATO-Doppelbeschluss vor 30 Jahren. Neu beim ZDF ist für den schwächelnden Dokumentationssendeplatz am Dienstag die Reihe «ZDFzeit» vorgesehen, die im Herbst mit dem Thema «Geheimnisse des "Dritten Reiches"» beginnen soll. Als Vorgeschmack ist im Sommer bereits unter anderem eine Aufarbeitung der Loveparade-Katastrophe vom Sommer 2010 geplant.
Schächter stellte klar, dass die Finanzierung der Champions-League-Rechte im Wesentlichen durch den Verzicht auf Boxen und die Tour de France erfolge. Das ZDF hatte nie Summen für den Rechteerwerb ab der Saison 2012/13 genannt, verschiedene Medien berichteten jedoch über Beträge um die 50 Millionen Euro. Der Sender werde sich im Frühjahr an der Vergabe neuer Länderspielrechte durch den DFB beteiligen, sagte Schächter weiter. Das ZDF wolle außerdem ab 2012/2013 mit dem «Sportstudio» weiter an der Fußball-Bundesliga teilhaben.
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