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18.03.2009 00:00 Uhr 0 Kommentare

Ein Konflikt mit Potenzial

B26n-Diskussion I Staatliches Bauamt stellt neue Ergebnisse vor - Heftige Kritik von den Gegnern

Main-Spessart Einen schweren Kampf hatte das Staatliche Bauamt Würzburg am Montagabend in Karlstadt mit den Gegnern der geplanten Autobahn B26n auszutragen. Die Behörde wollte über Zwischenergebnisse der Umweltverträglichkeitsstudie (UVS, siehe Stichwort) mit Raumanalyse und Linienvorschlägen informieren. Die Kritiker stellten das Projekt grundsätzlich in Frage.
Ein Konflikt mit Potenzial
Raumwiderstand und Konfliktschwerpunkte der Trassenvarianten für die geplante Autobahn B26n zeigt diese Karte des Staatlichen Bauamts Würzburg. Der Mittelkorridor verläuft von Arnstein (rechts) bis Karlstadt, überquert bei Himmelstadt den Main und biegt dann nach Süden zur A3 ab. Richtung Lohr ist ein Zubringer an Steinfeld vorbei geplant. Die Variante nördlich von Karlstadt würde über Eußenheim, Harrbach und Wiesenfeld nach Lohr verlaufen. Rot sind Gebiete mit sehr hohem Raumwiderstand.
Faktenreich und detailgenau hat das Bauamt die "Raumwiderstände" entlang der möglichen Trassen erheben lassen. Dabei wird deutlich, welche Konflikte bestehen, etwa mit Natur- und Wasserschutzgebieten, Siedlungen, Wald, Denkmälern oder Erholungsgebieten - und wie hoch das jeweilige Konfliktpotenzial einzustufen wäre.

Im "Mittelkorridor", der von Arnstein entlang des Werntals bis Karlstadt verläuft, bei Himmelstadt den Main quert und dann auf der Fränkischen Platte nach Süden in Richtung Autobahn 3 schwenkt, sind zahlreiche Raumwiderstände zu erkennen. Etwa FFH-Gebiete und andere Naturflächen sowie Ortsbereiche von Gemeinden. Diese Problemzonen konzentrieren sich vor allem im Raum Karlstadt.

Untersucht worden sind auch der "Zubringer" von der geplanten B26n an Steinfeld vorbei in Richtung Lohr sowie die "Nord-Süd-Kombination". Letzteres kommt etwas überraschend, weil der Mittelkorridor schon als Hauptlinie festgelegt schien. Doch Christoph Eberlein und Ralf Elias vom Bauamt betonten mehrfach, die Planung sei noch "ergebnisoffen".

Man sei auf der Suche nach einer "Vorzugsvariante", die sich aus der Gesamtbewertung ergebe, sagte Elias. Zwar stehe der Mittelkorridor im Bedarfsplan, aber man prüfe weiter auch die anderen Linien. Bis November/Dezember werde man bezüglich der Trassenführung ein klareres Bild haben.

Die Nord-Süd-Kombination sieht vor, dass die B26n, von Arnstein kommend, mit einem Zweig nördlich an Karlstadt vorbei über Harrbach und Wiesenfeld nach Lohr geht. Die zweite Trasse würde von Arnstein weg gleich nach Süden führen, bei Margetshöchheim den Main queren und dann auf die A 3 stoßen, käme also der ursprünglichen Westumgehung Würzburg ziemlich nahe. Bei den von dieser Variante betroffenen Gemeinden schrillen deshalb die Alarmglocken. So appellierte der Bürgermeister von Hettstadt, Eberhard Götz, am Montagabend an seine Amtskollegen im Planungsgebiet, sich zu treffen und das Projekt noch einmal zu überdenken. Dabei hatte Götz vor allem jene Bürgermeister im Blick, die für die geplante Autobahn sind. Der Bürgermeister von Margetshöchheim, Waldemar Brohm, zeigte sich "konsterniert und frustriert" angesichts der Südvariante. Helmut Schultheis vom Bund Naturschutz in Nürnberg sagte, das Konfliktpotenzial sei so hoch, "dass eine Autobahn hier nichts verloren hat".

Die Mitarbeiter des Bauamts hielten dagegen, dass durch die B26n viele Ortsdurchfahrten entlastet würden und die Straße positive Effekte für die Erschließung von Main-Spessart hätte. Heinz Scheid

 
 
 
 
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