Zum Beispiel dieser Peter Ramsauer. Braungebrannt und tip-top gekleidet ist der CSU-Vize an diesem Mittwochabend in den Hof des Karlsteiner Hauses der Begegnung gekommen. Jovial plaudert er mit seinen regionalen Parteifreunden und mit den örtlichen Journalisten. Gleich hat er seinen Wahlkampfauftritt. Nichts an seiner makellosen Erscheinung lässt vermuten, dass der Mann an diesem Tag schon eine Sondersitzung des Bundestags zum EU-Recht hinter sich gebracht hat. Als Chef der CSU-Landesgruppe wird er da nicht auf einer hinteren Parlamentsbank gedöst haben. Er wird ein paar Interviews geführt, ein paar Akten studiert haben.
Und dann redet Ramsauer. Über eine Stunde lang steht er wach und munter in Karlstein am Pult, um gerade mal gut hundert Zuhörern seine Botschaften nahezubringen. Gut, dank der Medienberichterstattung werden ein paar mehr Leute von seinen Worten erfahren. Aber trotzdem: Lohnt der ganze Aufwand?
Für Peter Ramsauer stellt sich diese Frage offenbar nicht. So kraftvoll wie er redet, kann er keine Zweifel an seinem Tun haben. Langweiliger Wahlkampf? Für ihn nicht – er hat ja so viele Termine. Am Abend vor Karlstein saß Ramsauer in einer Fernseh-Talkshow. Nach dem Auftritt im Kreis Aschaffenburg lässt er sich noch Hunderte von Kilometern nach Cham in der Oberpfalz kutschieren. Und am Abend darauf redet er in Garmisch-Partenkirchen. Das wenigstens ist in der Nähe seiner Familie.
Der Beobachter freut sich, dass er früher daheim ist.
Claus Morhart
P.S.: Ein Bericht über Ramsauers Karlsteiner Auftritt
steht auf Seite 2 der Main-Echo-Ausgabe vom Freitag, 28. August. | Dirk Ceelen Lasst die Koalitions-Türen auf! | |
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