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04.07.2012 12:18 Uhr 0 Kommentare

Straftäter auf Bewährung liefert sich wilde Verfolgungsjagd mit Polizei

Polizei Unterfranken Als der Mann bemerkt, dass ihn die Polizei kontrollieren will, gibt er Gas. Mit seinem Mercedes ist am Dienstagtabend ein Mann bei Gerbrunn (Kreis Würzburg) in "halsbrecherischer Fahrweise" vor der Polizei geflüchtet, meldet die Polizei Unterfranken. Dank vieler Zeugen konnte die ihn verfolgende Streifenbesatzung den Mann später in Rottendorf festnehmen. Anwohner wiesen den Polizisten immer wieder den Weg des Flüchtigen. (Mit Audio-Bericht der Polizei)
Der Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Würzburg-Land war gegen 20.20 Uhr auf der Kreisstraße WÜ 28 ein Mercedes aufgefallen, an dem offenbar der Termin für die Hauptuntersuchung bereits überschritten war. Aus diesem Grund wollten die Beamten eine Kontrolle durchführen. Als der Mann am Steuer des Daimler die Absicht der Polizisten erkannte, missachtete er die Anhaltezeichen und raste mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Würzburg - Rottendorf davon. In Rottendorf touchierte der Mercedes zunächst in der Hofstraße mit seinem linken Außenspiegel einen Lkw im Begegnungsverkehr. Auch durch eine rote Ampel ließ sich der 43-Jährige nicht stoppen. Wegen der Fahrweise, die der Mercedesfahrer an den Tag legte, riss der Sichtkontakt zur Streifenbesatzung immer wieder ab.

Dass man dem Fahrer letztendlich doch noch auf die Spur kam, ist zahlreichen Anwohnern von Rottendorf zu verdanken, die sich im Freien vor ihren Häusern auf den Gehwegen aufhielten. Die Zeugen wiesen der mit Blaulicht und Martinshorn fahrenden Streifenbesatzung auf den engen Straßen immer wieder die Richtung, die der flüchtende Fahrer eingeschlagen hatte.
 
Letztendlich waren es diese gezielten Hinweise, die dazu führten, dass die Beamten den Mercedes schließlich entdeckten, der gerade am Straßenrand abgestellt worden war. Der Fahrer war bereits ausgestiegen und wollte sich gerade entfernen. Offensichtlich erkannte er wegen der zahlreich anwesenden und auf ihn zugehenden Anwohner die Ausweglosigkeit seiner Situation und ließ sich daraufhin von der Streifenbesatzung widerstandslos festnehmen. Seine Mitfahrerin wurde von einem Hausbesitzer an die Beamten übergeben, nachdem sich die Frau nach den aufregenden Minuten im Auto in seinem Garten auf einer Bank niedergelassen hatte.
 
Es stellte sich dann heraus, dass der 43-Jährige nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis war. Außerdem stand er wegen einer Straftat unter Bewährung, was letztendlich die Gründe dafür gewesen sein dürften, dass er sich der polizeilichen Kontrolle entziehen wollte. Alkohol- oder drogenbedingte Ausfallerscheinungen waren nicht feststellbar. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde das Fahrzeug des Mannes bis auf weiteres sichergestellt. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der Beschuldigte wieder entlassen. Jetzt wird Anzeige u.a. wegen Gefährdung des Straßenverkehrs erstattet.
 
Die Polizei ist jetzt auf der Suche nach Verkehrsteilnehmern, die am Dienstagabend von dem Mercedes gefährdet wurden. So gibt es konkrete Anhaltspunkte dafür, dass es unterhalb des Müllheizkraftwerkes im Bereich der Kreuzung Kitzinger Straße/Nürnberger Straße zu einem Beinaheunfall mit einem blauem Kleinwagen kam, der auf dem linken Abbiegestreifen in Richtung Kitzinger Straße fuhr. Zudem schnitt der Mercedes in Rottendorf einen weißen Kleintransporter, der die Würzburger Straße Richtung Bahnhofstraße befuhr. Die Fahrer dieser beiden Fahrzeuge sowie weitere Verkehrsteilnehmer, die eventuell ebenfalls gefährdet wurden, werden gebeten, sich mit der Verkehrspolizeiinspektion Würzburg-Biebelried, Tel. 09302/910-0 in Verbindung zu setzen, die die Sachbearbeitung übernommen hat.
 
Die unterfränkische Polizei bedankt sich ausdrücklich bei den Bewohnern von Rottendorf, die die polizeiliche Fahndung so tatkräftig unterstützt haben. Wie bereits am Tag zuvor, als in Aschaffenburg drei junge Männer dank zahlreicher Hinweise von Passanten festgenommen werden konnten, die gerade ein älteres Ehepaar zuhause überfallen hatten, nimmt die Polizei erfreut zur Kenntnis, dass sie bei ihrer Arbeit immer wieder von der Bevölkerung vorbildlich unterstützt wird.

Karl-Heinz Schmitt, Polizei Unterfranken

 

Audio-Bericht von Karl-Heinz Schmitt, Polizei Unterfranken:


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