Bilderserie des Havaristen: Christian Weyer Aufgrund des in der Nacht um 40 cm gestiegenen Wasserspiegels hat sich das havarierte Schiff gegen 06:30 Uhr gedreht und kam längsseits am Mainufer zum Liegen. Insgesamt drei Eisbrecher der Wasser- und Schifffahrtsämter Aschaffenburg und Schweinfurt, die auch als Arbeitsschiffe, Schlepp- und Bergungsschiffe dienen sowie ein niederländisches Schubschiff, welches sich in der Nähe befand und vom Havaristen ebenfalls gerufen wurde, standen zur Verfügung, um Hilfe zu leisten.
Gegen 09:30 Uhr haben der Eisbrecher von Pechmann des Wasser- und Schifffahrtsamtes Aschaffenburg und das niederländisches Schubboot Joson den Havaristen erfolgreich vom Ufer befreit. Das Schiff wird derzeit in den nächsten Hafen an der Schleuse Eichel geschleppt und dort von einer Fachfirma auf Schäden an Motor und Ruderanlage untersucht. Ein Leck ist nicht aufgetreten. Nachdem das Wasser- und Schifffahrtsamt Aschaffenburg die Unfallstelle gepeilt hat und Untiefen ausgeschlossen werden können, wird die Unfallstelle für den Verkehr gegen Mittag wieder freigegeben. Derzeit warten noch sieben Schiffe auf Weiterfahrt.
Das Gütermotorschiff »Karin« ist am Donnerstagmorgen auf Trennfelder Gemarkung, etwa 300 Meter oberhalb der Autobahnbrücke bei Bettingen, auf Grund gelaufen. In der Folge hat sich das 85 Meter lange Schiff aus Regensburg quer gestellt und blockiert seitdem den Main auf seiner gesamten Breite.
Laut Polizei war der 50-jährige Kapitän aus Ungarn kommend stromabwärts unterwegs, als er gegen 7 Uhr kurz vor der Autobahnbrücke auf ein Längsbauwerk auffuhr. Hierbei handelt es sich um eine im Fluss installierte Mauer zur Stromregulierung.
Kein Leck festgestellt
Das mit 1000 Tonnen Stahl beladene Schiff legte sich in der Folge quer und fuhr sich mit Bug und Heck fest, so dass der Main vollständig blockiert wurde. Verletzt wurde bei Vorfall niemand. Die Polizei hat auch keine Erkenntnisse, dass Kraftstoffe ausgelaufen wären.
Wie es zu dem Unfall gekommen ist, steht bislang noch nicht fest. Die entsprechenden Ermittlungen hat die Wasserschutzpolizei Würzburg aufgenommen. Eine Gefahr gehe von dem Havaristen nicht aus; das Schiff liege stabil zwischen den Uferböschungen. Ein Leck sei nicht festgestellt worden.
Zwei Versuche misslungen
Das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt Aschaffenburg hat nach der Havarie die Schifffahrt im Mainabschnitt zwischen den Schleusen Eichel und Lengfurt gesperrt. Die Behörde schickte daraufhin ihr Schiff »von Pechmann« zum Unfallort. Der Eisbrecher, der auch zu Schlepp- und Bergungsvorgängen eingesetzt wird, sollte den Havaristen freischleppen, was gegen die Strömung jedoch misslang. Auch ein zweiter Versuch, das Gütermotorschiff frei zu drücken, brachte keinen Erfolg.
Die Bergungsaktion wird dadurch erschwert, dass der Main einen leicht erhöhten Wasserstand und somit eine verstärke Strömung aufweist. Das ist auch der Grund, warum die momentan festliegenden Schiffe für die Bergung nicht eingesetzt werden können.
Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes haben sich bei der Diskussion hinsichtlich der verschiedenen Möglichkeiten, das Schiff wieder frei zu bekommen, darauf geeinigt, zwei weitere Schlepper von Würzburg anzufordern. Diese hatten allerdings gut 80 Kilometer Anfahrt und wurden daher erst am späten Nachmittag am Einsatzort erwartet. Der Eisbrecher »von Grassmann«, der auf dem Weg Richtung Marktbreit war, drehte sofort um, als er die Nachricht erhielt, dem Havaristen Hilfe zu leisten. Der Eisbrecher »Angermünde« verließ in Würzburg den Bauhof des Wasser- und Schifffahrtsamtes und begab sich ebenfalls zur Unfallstelle.
Bergung wird heute fortgesetzt
Da die Bergung wegen der langen Anfahrt der beiden Schlepper nicht bis zum Eintritt der Dunkelheit abgeschlossen werden konnte, wurde sie unterbrochen und soll heute Morgen fortgeführt werden.
Nach den Erkenntnissen der Polizei lagen wegen der Sperrung für die Schifffahrt gestern Nachmittag bereits elf Schiffe fest. Diese Zahl werde sich in den Abendstunden allerdings noch erhöhen, sagte ein Polizeisprecher voraus.
Christian Weyer/Wasser- und Schifffahrtsamtes Aschaffenburg




































