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25.05.2012 12:15 Uhr 0 Kommentare

Bio-Wein

Bisher durften Bio-Winzer ihre Weine nur mit der umständlichen Bezeichnung „Wein aus Trauben aus ökologischem Weinbau“ bezeichnen. Neben europaweit geltenden, strengen Standards für den Anbau der Trauben konnte sich die Europäische Kommission nun auch auf einheitliche Regeln für die ökologische Weinbereitung einigen. Ab der Ernte 2012 können die Winzer daher endlich offiziell „Bio-Wein“ auf die Etiketten schreiben.
Bio-Wein findet immer mehr Freunde. Das liegt nicht zuletzt an der hervorragenden Qualität, wie sie zahlreiche Auszeichnungen auch regelmäßig bestätigen. Mittlerweile wird in Deutschland schon auf fünf Prozent der Anbaufläche von Trauben ökologischer Weinbau betrieben. Bio-Winzer sorgen hier durch Gründüngung, Kompost und natürliche Pflanzennährstoffe für einen gesunden, fruchtbaren Boden der Weinberge, was zugleich die Widerstandskraft der Reben gegen Krankheiten stärkt. Anstelle von chemisch-synthetischen Spritzmitteln sind Nutzinsekten und Pheromonfallen das Mittel der Wahl gegen Schädlinge. Die Verarbeitung erfolgt ebenfalls nach ökologischen Regeln, das heißt den Winzern stehen im Keller nur eine geringe Auswahl an Hilfsstoffen, keine gentechnisch modifizierten Hefen und nur bestimmte oenologische Verfahren zur Verfügung.

Bezeichnen durften Bio-Winzer ihre Weine aber nur mit der umständlichen Bezeichnung „Wein aus Trauben aus ökologischem Weinbau“. Das lag vor allem daran, dass die Mitgliedsländer unterschiedliche Vorstellungen bezüglich der Schwefelung hatten: Auch Bio-Winzer haben nämlich je nach Witterung mehr oder weniger stark mit Botyrisinfektionen oder Spontangärungen zu kämpfen und dürfen deshalb in gewissen Mengen Schwefel einsetzen. Aber in welchen Mengen genau? Nun konnte sich die Europäische Kommission endlich auf einheitliche Verarbeitungsrichtlinien und damit auch Schwefelmengen einigen, die seit diesem Jahr die geltenden strengen Standards für den Anbau vervollständigen. Die festgelegten Höchstwerte liegen dabei deutlich unter denen von konventionellem Wein, und zwar je nach Restzuckergehalt um 30 oder 50 mg! Ein zweiter Punkt betrifft die Zuckerung, bei der Ökoweinproduzenten jetzt auch Bio-Zucker oder ökorektifiziertes Traubenmostkonzentrat (RTK) verwenden müssen.
Damit können die Winzer ab der Ernte 2012 offiziell „Bio-Wein“ auf die Etiketten schreiben. Zugleich wird dann auch die Verwendung des EU-Bio-Siegels obligatorisch.
(Verordnung (EG) Nr. 203/2012 vom 08.03.2012 zur Änderung der VO (EG) Nr. 889/2008).

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